Wissenswertes

Zartes Fleisch. Echte Kerle.

Langsam kehrt der Sommer ein und damit auch die Zeit für „echte Kerle“. Denn sie dürfen sich wieder an Feuer, Kohle und Fleisch austoben. Andi Bstieler ist so ein echter Kerl. Er steht gerne am Grill und macht daraus sogar eine Meisterschaft. 

Kalkofenarena, Sautens im Ötztal. Es ist April. Gerade hat es noch einmal geschneit, nicht gerade warm für die Jahreszeit. Adi Matzek, Doppel-Grillweltmeister und Präsident der Austrian Barbecue Association betrachtet die wunderschön am Waldrand gelegene Anlage im vorderen Ötztal. Sein Blick schweift wohlwollend zu Andi Bstieler, dem Obmann des örtlichen Grillsportvereins. Der persönliche Lokalaugenschein des Grillweltmeisters attestiert perfekte Rahmenbedingungen. Alles soll professionell ablaufen, alles soll perfekt sein. Dafür ist er gekommen. Schließlich wollen die zahlreichen Besucher der bevorstehenden Grillmeisterschaft auf ihre Kosten kommen.

Kohle, Feuer und Fleisch.

Frau versteht das Gewese um die wohl ursprünglichste Art der Fleisch Gärung sowieso nicht. Die Kohle kommt in die Gänge. Wenn sie ordentlich glüht, packt Mann das Tier auf den Rost, wird verbrannt bis es bissfertig ist. Fehlt nur noch die wilde Jagd des Tieres davor. Doch lass ich mich gerne eines Besseren belehren. Andi Bstieler tut das auch.

„Das Grillen der letzten Jahre hat rein gar nichts mit dem Genuss und dem professionellen Zugang von heute zu tun. Vor 10 Jahren haben wir das Fleisch einfach verbrannt. Es gab kaum Ansprüche an die Qualität. Das Fleisch lag direkt über dem Feuer oder der Glut und löste durch den tropfenden Fleischsaft einen negativen Verbrennungsvorgang aus.“ Andi erklärt mir, dass dieses Grillen sogar gesundheitsgefährdend war. Damit bestätigt sich wohl meine weibliche These der grillenden Männer und meiner Fred-Feuerstein-Theorie.

Der Obmann des Grillsportvereins Tirol - Tiroler Grillmeisterschaft
Der Tiroler Grillmeister 2016: Bernhard Ostheimer
© Grillsportverein Tirol

Doch nicht ganz. Andi fährt fort: „Beim Grillen darf das Fleisch nie direkt mit der Flamme in Berührung kommen, eine eigene Heizkammer garantiert ein sanftes Garen und den optimalen Reifungsprozess, bei dem das Fleisch weich und geschmeidig bleibt. Wichtig ist auch, kein Fremdfett zu verwenden. Nur hochwertige Öle dürfen beim Grillen zum Einsatz kommen. Küchenprofis bestätigen, dass diese Art des Grillens die gesündeste Form des Kochens ist. Erst die heutigen modernen Grillapparate mit ihren Hauben ermöglichen das.“ Aha, ich staune und lerne dazu.

Der Trend führt weg von Elektrogrillgeräten und dem klassischen „Anschießen“. So wird das kurze und heiße Braten von Fleisch bezeichnet. Gesundes Grillen ist ein längerer und konstanter Prozess, bei dem es verschiedenen Formen gibt:  Das Langzeitgrillen, das „Smoken“ (90 bis 110 Grad) und das Garen (175 bis zu 400 Grad). Nicht die Umgebungstemperatur oder die Hitze am Griller ist maßgeblich, sondern die Kerntemperatur des Grillgutes selbst, werde ich belehrt.

Qualität ist Trend

Lachsforellen am Grill - Tiroler Grillmeisterschaft
Die frischen Lachsforellen und Saiblinge der „Ötztaler Quellfische“ sind bei Einheimischen und Gastronomen beliebt © Socialweb

Qualität steht eindeutig vor Quantität. Ein wesentlicher Aspekt der neuen Geisteshaltung beim gesunden Grillen ist die Achtung auf die verwendeten Lebensmittel.  Der Trend geht klar zum Gebrauch von regionalen Produkten und Spezialitäten. So auch bei der Tiroler Grillmeisterschaft. Denn die Steakteile kommen vom Rind aus der unmittelbaren Region, die Schafe vom Tiroler Schafzuchtverein und die „Ötztaler Quellfische“ aus Längenfeld im Ötztal. Ein Längenfelder Unternehmen, das einen hervorragenden Ruf in der einheimischen Gastronomie als Zulieferer von frischen Lachsforellen und Saiblingen genießt. Die Fischspezialitäten werden in einer hochprofessionell betriebenen Aufzuchtstation je nach Größe in mehreren Becken, Kanälen und Teichen aufgezogen und mit genfreiem Futter versorgt. Daher sind sie auch gegrillt ein Genuss für verwöhnte Gaumen.

Plakat der Tiroler Grillmeisterchaft - Tiroler Grillmeisterchaft
Veranstalter und Zulieferer der Tiroler Grillmeisterschaften arbeiten auf Hochtouren
© Socialweb

Harte Kerle im Westen

Aus dem Wunsch heraus, der immer stärker werdenden Grillszene auch im Westen Österreichs eine Bühne für den Vergleich zu bieten, entstand im vergangenen Jahr die Idee zur Durchführung der Tiroler Grillmeisterschaften. Andi führt die Mitglieder und Funktionäre des „Grillsportvereins Tirol“ an. Momentan wird unter Hochdruck an der Vorbereitung des Events gearbeitet.

Man will dem weltweiten Grillboom auch im Ötztal Rechnung tragen. Am 19. und 20. Mai soll der Ofen angehen. Tirols beste Grillteams treten gegeneinander an. Andi rechnet mit 23 Mannschaften, die um die begehrten Titel des „Rippele-Königs“ und des „Grill- und Barbecue-Champions“ kämpfen. Auch die Jury ist hochkarätig. Ausschließlich qualifizierte und gut ausgebildete Juroren dürfen die edlen Köstlichkeiten bewerten.

Letzte Vorbereitungen - Tiroler Grillmeisterchaft
Letzte Vorbereitungen für die zweiten Tiroler Grillmeisterschaften werden getroffen © Grillsportverein Tirol

Gegrillte Köstlichkeiten für Besucher

Bei den Tiroler Grillmeisterschaften darf man den Teams bei ihrer Arbeit nicht nur über die Schulter schauen, sondern auch einzelne Gänge verkosten. Grillköstlichkeiten wie Spare Ribs, Pulled Pork, Bosna Spezial, Lammburger, Lammrippen und Schweinsbraten oder das selbstgebackene Brot aus dem Ofen lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Der Durst löscht sich am besten mit regionalen Bierspezialitäten und Österreichischen Qualitätsweinen. Die Sautener Schnapsspezialitäten runden das kulinarische Programm schließlich ab.

Köstlichkeiten für die ganze Familie - Tiroler Grillmeisterschaften
Gegrillte Köstlichkeiten, Spaß und Stimmung für die ganze Familie
© Grillsportverein Tirol

Grillen ist ein wunderbar archaischer Akt. Alle, die ihn schon frönen dürfen sich an den zahlreichen Informationsständen über die Vorzüge eines gusseisernen Geräts austauschen, über die richtige Grillzange und über unterschiedliche Sorten glühender Kohle, die man am Knistern erkennen kann. Nicht nur die harten Kerle spricht das an. Das Grillen ist für jeden Mann einer der letzten Domänen, die ihm aus ihren Anfangstagen geblieben sind.

Und Frau? Die freut sich darüber und erlebt mit den Kindern einen tollen Tag.

Die Sieger der letztjährigen Tiroler Grillmeisterschaft - Tiroler Grillmeisterschaft
Die Sieger der letztjährigen Tiroler Grillmeisterschaft
© Grillsportverein Tirol

Grillen für Individualisten

Wer abseits des Rummels auf seine Kosten kommen möchte oder Anfänger ist, kann im Ötztal an mehreren offiziell ausgewiesenen Grillplätzen seiner Leidenschaft und Lust zum „Selbstversuch“ nachgehen. In Sautens steht der Grillplatz „Goaßtalbrunnen“ -idyllisch mitten im Wald gelegen –  zur Verfügung.

Er ist mit Feuerstellen, einer Überdachung für ca. 30 Personen und fließendem Brunnenwasser ausgestattet und kann für einen Unkostenbeitrag von 10 Euro genutzt werden. Informationen sind unter der Telefonnummer 057200 600 erhältlich.

Die Tourismushochburg Sölden kann gleich mit mehreren Plätzen aufwarten. Die Grillstelle „Schmiedhof“, in Sölden, „Rechenau“ oberhalb des Hotels Sölderhof, „Stockach“ (beim Panoramaweg) und die Grillstelle „Stabele“ unterhalb der Goldeggalm sind wunderschön gelegen und bieten alles, was das Grillherz begehrt. Einen ganz neu errichteten Grillplatz gibt es beim „Mooser Steg“, wo Grillen auch im Winter möglich ist. Informationen gibt es beim Gemeindeamt Sölden unter der Telefonnummer 05254-2225 und beim Gewerbegebiet Sölden unter der Nummer 05254-3540.

Weitere Infos zur Tiroler Grillmeisterschaft gibt’s HIER.

(Titelbild: © Socialweb)

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