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Sicher durchs Tal: Der Ötztaler Radweg

Wer in diesem Sommer schon mal auf der Bundesstraße nach Sölden unterwegs war, dem sind bestimmt die beiden Baustellen kurz nach Huben bzw. bei Bruggen aufgefallen. Auch heuer wird wieder intensiv am Ausbau des Ötztaler Radweges gearbeitet. Und damit in die Sicherheit der Radfahrer investiert.

Ich habe mit Isi Grüner, dem Projektverantwortlichen von Ötztal Tourismus, gesprochen, um mehr über das ambitionierte Vorhaben zu erfahren. Ein Gespräch über die geologischen Tücken des Ötztals, das Sicherheitsbewusstsein und was eine Kuhherde mit dem Radweg zu tun hat.

Radfahrer auf Brücke - Ötztaler Radweg
Unterwegs am 1. Teilabschnitt zwischen Sölden und Aschbach
© Markus Geisler / Ötztal Tourismus

Der Weg ist das Ziel

Nachdem im vergangenen Jahr der 1. Teilabschnitt des Radweges zwischen Sölden und Aschbach fertiggestellt und eröffnet wurde, wird heuer im Bereich der Bundesstraße zwischen Bruggen und Huben gearbeitet. Genauer gesagt werden hier zwei neue Unterführungen gebaut – was mit einem großen Aufwand verbunden ist.

Das liegt vor allem an der Beengtheit des Tals an dieser Stelle, wie Isi erläutert: Tal auswärts auf der linken Seite fließt die Ötztaler Ache, in der Mitte verläuft die Bundesstraße und rechts stehen teilweise sogar Häuser. Entsprechend eng ist der zur Verfügung stehende Bebauungsraum. Deshalb hat man sich für die Variante mit zwei Unterführungen entschieden.

Aber auch andere Gründe sprachen für diese Bauart – und gegen Brücken. Diese wären zwar günstiger zu bauen, weisen aber auch Nachteile auf. Zum einen ist da die Sichtbarkeit einer Überführung – vor allem für Autofahrer ist das aus einem psychologischen Blickwinkel betrachtet ungünstig. Außerdem würde eine Brücke zu unnatürlichen Steigungen führen – schließlich muss man rauf auf die Brücke und wieder runter. Auch auf die Anrainer im Ortsteil Bruggen wurde Rücksicht genommen: Eine Überführung wäre genau auf Höhe des 1. Stocks der Häuser verlaufen.

Bei der zweiten Unterführung nahe Huben spielte eine weitere Überlegung eine wichtige Rolle: Bisher trieb ein Bauer an dieser Stelle nämlich zwei Mal täglich seine 25 Rinder über die Bundesstraße. Um dem Landwirt und den Tieren eine sichere Überquerung der Straße zu ermöglichen, können diese nun auch die Rad-Unterführung benützen – der Bauer hält diese im Gegenzug sauber.

Hochwasser als Herausforderung

Der heurige sehr warme Sommer hat die Bauarbeiten in diesem Bereich ein wenig verzögert. Ein warmer Sommer bedeutet auch viel Schmelzwasser, was wiederum zu einem höheren Wasserstand der Ache führt. Und so mussten die Bauarbeiten aus Sicherheitsgründen an manchen Tagen aufgrund von Hochwasser ausgesetzt werden.

Nichtsdestotrotz ist die Fertigstellung und anschließende Eröffnung dieses Teilabschnittes noch für August geplant. Die Kosten (für diesen Bauabschnitt) belaufen sich dabei auf ca. eine Million Euro, wobei 50% der Investitionssumme vom Land Tirol gefördert wird.

Radunterführung bei Huben - Ötztaler Radweg
Die Radunterführung bei Huben
© Benedikt Steiner / Ötztal Tourismus

Auf zwei Rädern sicher durchs Tal

Gruppe Radfahrer auf Radweg - Ötztaler Radweg
Entspannt und sicher unterwegs am Ötztaler Radweg
© Bernd Ritschel / Ötztal Tourismus

„Es ist einfach mehr und mehr Bewegung im Tal und das sehen wir sehr gut am Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße“, so Isi. „Deshalb ist es wichtig, dass wir die Radfahrer von der Straße holen und sicher durchs Tal bringen“, bringt der Sölder das verfolgte Ziel des talweiten Radweges auf den Punkt.

Bis zum Jahr 2021 sollen die wichtigsten Maßnahmen in Hinblick auf den Ötztaler Radweg abgeschlossen sein. Die Gesamtinvestitionssumme beläuft sich dabei auf rund 6 Millionen Euro. Kein Pappenstiel, aber Isi weist darauf hin, dass mit dem Projekt in die Sicherheit für die kommenden Jahrzehnte investiert wird. Auch ein dazugehöriges talweites Leitsystem für Radfahrer ist angedacht, um ein Bewusstsein für den Radweg – und seine Vorteil – zu schaffen.

Wichtig ist, dass wir die Radfahrer von der Straße holen und sicher durchs Tal bringen“

Isi Grüner, Projektverantwortlicher Ötztal Tourismus

Die Planungen für die nächste Ausbaustufe des Radweges im Jahr 2018 laufen bereits auf Hochtouren. Das ist auch notwendig, da der Abschnitt vom Klärwerk in Längenfeld bis zur „Köfler Geraden“ der am schwierigsten zu verbauende Bereich im gesamten Tal ist – hier wird das Ötztal nämlich nochmals enger. Die Herausforderung ist es deshalb, einen passenden und sicheren Weg in diesem Bereich zu finden, wie Isi festhält. So viel weiß er aber schon: 1,5 Kilometer an neuem Wegebau, zwei Brücken und eine Unterführung werden hierfür notwendig sein. Es bleibt spannend!

(Titelbild: © Markus Geisler / Ötztal Tourismus)

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Benni

Autor Benni

Sobald Bewegung im Spiel ist, wird Benni hellhörig! Als begeisterter Snowboarder, Biker, Kletterer & Wanderer gibt es für ihn keinen besseren Outdoor-Spielplatz als das Ötztal. Still sitzen können andere besser, deshalb ist Benni viel auf den Trails und unverspurten Hängen des Tals unterwegs.

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