Biken

Radfahren im Ötztal: von leicht bis extrem

Als begeisterte Radfahrer und Mountainbiker lieben wir es, dem Sport auch während unseres Urlaubs im Ötztal nachzukommen. Spektakuläre Aussichten auf Berggipfel, spannende Abfahrten auf Schotterwegen und die Mittagspause in einer leckeren Tiroler Berghütte, das macht den Bike-Sport in den Bergen so besonders.

Vor der Anreise hatten wir uns ein wenig über die Möglichkeiten zum Fahrrad fahren im Ötztal informiert: den Ötztaler Radweg durch das Tal wollten wir ausprobieren und danach eine Mountainbike-Tour mit ruhig ein paar Stunden Anstieg. So weit der Plan … aber dann fanden wir die Bike Republic Sölden und wir warfen all unsere Pläne über den Haufen. Wir gingen zur Bikeschule, nahmen ein bisschen Unterricht und versuchten uns zum ersten Mal an echten Downhill-Strecken. Ob wir noch zu echten Freeridern wurden, kannst du im folgenden Erfahrungsbericht nachlesen.

Gemütlicher Start in den Radl-Urlaub am Ötztaler Radweg. ©Ötztal Tourismus, Miranda Muller

Ötztaler Radweg

Zeit für die erste Fahrradtour im Ötztal. Wir haben es aber langsam angehen lassen: gemächlich mit dem Fahrrad durch das Tal radeln. Ideal dafür ist der Ötztaler Radweg.

Er beginnt in Sölden und führt durch das gesamte Tal bis hin zum Ötztaler Bahnhof. Dank der Ötztal Premium Card konnten wir gratis Standard-Mountainbikes ausleihen.

Wir starteten von Sölden aus und folgten dem Radweg Nummer 11. Dabei sind wir ein Stück geradelt und kehrten dann wieder um, aus eigener Kraft den Berg hinauf. Für Familien und Personen, die lieber nicht auf dem Fahrrad bergauf fahren, ist sicher der Bus die bessere Wahl. Es gibt im Dorf auch spezielle Busse mit Fahrradanhängern. In dem Fall empfehlen wir, mit dem Bus an das Ende vom Tal zu fahren und den Rückweg per Fahrrad zurückzulegen. Herrlich entspannend.

Bike Republic Sölden: das wollen wir auch!

Als wir zum ersten Mal auf den Gaislachkogel in Sölden fuhren, sahen wir in der Gondel Schilder der Bike Republic Sölden mit vielen Downhill-Mountainbikern, die komplett eingepackt in Knie- und Ellbogenschonern in die Gondel stiegen.

Und oben staunten wir nicht schlecht: das sah schon aufregend aus. Auf speziell angelegten Parcours sausen die Mountainbiker die Berge hinunter. Wir schauten einander an und beschlossen, dass wir unsere ‚normale Mountainbike-Tour‘ doch lieber verschieben und stattdessen das hier ausprobieren wollten. Wieder im Tal informierten wir uns zuerst beim Fahrradverleih. Dort kann man alles ausleihen: ein spezielles Enduro Mountainbike, Schutzkleidung und bei Bedarf einen Integralhelm. Danach wird es Zeit, die Mountainbike-Stunde zu buchen, denn ohne eine Anleitung sollte sich niemand auf diese Strecke wagen.

Fakten zur Bike Republic

  • 16 km ‘shaped trails’: 3 blau, 1 rot und 1 schwarz
  • 29 km natürliche trails, insgesamt 16 verschiedene ‘singletracks’
  • 42 ‘normale’ Mountainbikerouten
  • 2 Pumptracks im Dorf Sölden
Action in der Bike Republic? Wir sind bereit! ©Ötztal Tourismus, Miranda Muller
Erste Downhill Übungen auf dem Pumptrack. ©Ötztal Tourismus, Miranda Muller

Lehrreicher Mountainbike-Unterricht

Wir buchten den Mountainbike-Unterricht vor Ort und schon am nächsten Morgen fuhren wir mit Lehrer Alex an den Pumptrack. Das Rad und die Ausrüstung hatten wir bereits ausgeliehen und waren zuversichtlich. Alex zeigte uns alles Wichtige: die richtige Körperhaltung, das korrekte Bremsen und das Lenken in den Kurven.

Ich hatte ja bis dahin gedacht, ich verstehe was vom Radfahren und Mountainbiken, aber schon nach 15 Minuten hatte ich jede Menge dazugelernt. In der Theorie klang das auch alles gut, aber wie klappt es in der Praxis?

Wir haben erst eine Weile geübt und dann ging es auf den Pumptrack. Dieser Parcour ist speziell dafür angelegt, dass du deine Fähigkeiten im Downhill üben kannst. Alex nannte die Strecke auch einen ‘Spielplatz für Erwachsene’. Und das stimmt auch. Wir sausten durch Kurven und über Hügel und fanden es echt super.

Das erste Mal auf einem Trail

Dann war es Zeit, richtig an die Arbeit zu gehen. Wir stiegen mit unseren vollgefederten Bikes in den Gaislachkogllift. Nach einer weiteren kurzen Einführung starteten wir auf die ‘Eebme Line’, eine der sogenannten ‘shaped lines’. Beim Downhill wird das Schwierigkeitsniveau mit Farben angegeben:

  • blau für das einfachste Niveau
  • rot für schon etwas schwierigere Strecken
  • schwarz für eine extreme Downhill Erfahrung

Heute begnügen wir uns aber mit blau. Die ersten paar Minuten und die ersten Kurven sind sehr aufregend, aber ich versuche vornehmlich, mich auf die Technik, meine Körperhaltung und die Lenkung zu konzentrieren. Es ist witzig, wie gut die Tipps von Alex in der Praxis umzusetzen sind. Ich hatte gestern noch nicht wirklich damit gerechnet, dass ich heute schon so souverän die Berge hinunter rasen werde.

Ganz begeistert!

Der Trail ist aufgeteilt in verschiedene Sektionen. Zwischendurch legen wir dabei auch immer wieder Pausen ein, damit Alex uns weitere Tipps geben kann.

Wir kommen immer mehr in den sogenannten ‘flow’ und machen uns mit einem breiten Grinsen an den nächsten Abschnitt. Weiter geht es auf die ‘Ohn Line’, ebenfalls eine blaue Strecke. Die Kurven fallen uns zunehmend leichter und die Hügel nehmen wir schon problemlos. Nach knapp 1,5 Stunden sind wir wieder unten im Tal. Wir sind hin und weg und nach ganz aufgekratzt von dem Abenteuer. Was haben wir viel gelernt an einem Morgen und wie toll ist Downhill. Das machen wir ganz sicher noch einmal.

Miranda Muller von Indebergen.nl

Miranda Muller ist Chefredakteurin bei Indebergen.nl und die Alpen sind ihr zweites Zuhause, denn sie liebt die Abwechslung, die ein Bergurlaub mit sich bringt. Ein idealer Urlaubstag beginnt für sie mit einer langen Wanderung oder einer herausfordernden Mountainbike-Tour durch die Berge. Dann folgt eine ausgedehnte Mittagspause in der Sonne an einer gemütlichen Berghütte. Am Ende des Tages liebt sie es mit einem schönen Buch und einem guten Glas Wein entspannt runterzukommen. Und das alles natürlich mit einer atemberaubenden Aussicht.

Miranda Muller von Indebergen.nl
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... verschiedene Gastautoren berichten über ihre Erfahrungen im Ötztal.

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